Projektidee

Der Karl-Heine-Kanal stellt in Verbindung mit dem Lindenauer Hafen eine zentrale Achse im Leipziger Westen dar. Aufgrund der in den vergangenen Jahren rasant gestiegenen Beliebtheit des Kanals und wegen des beschlossenen Durchstichs wird auch das Gebiet um den Hafen im Stadtteil Schönau rasch an Attraktivität gewinnen. Hier erfahren Sie mehr über die Geschichte des Kanals.

Lindenauer Hafen und Karl-Heine-Kanal in Leipzig
Wasserwanderkarte

Ausschnitt aus der "Wasserwanderkarte Leipzig und Umgebung". Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des Vereins Pro Leipzig e. V.

Das Konzept zur Verbindung der Gewässer legt großes Gewicht auf wassertouristische Nutzung, an den Ufern von Kanal und Hafen wird der Verwertungsdruck nach dem Durchstich steigen. Die absehbare ökonomische Aufwertung des gesamten Gebietes soll im Einklang mit ökologischen und sozialen Interessen stehen.

Ausgangspunkt des Projektes ist nun die Annahme, dass die Berücksichtigung dieser Belange besonderes Engagement erfordert. Schon an der bisherigen Entwicklung des Karl-Heine-Kanals lässt sich ablesen, wie der Kanal als Ziel von Freizeit- und Sportaktivitäten, (Wasser-)Tourismus unter zunehmenden Nutzungsdruck gerät. Die positive Errungenschaft der Öffnung des Kanals und seiner Ufer für Spaziergänger, Sportler, Kinder, Hundehalter, Besucher, Angler, Paddler usw. schlägt an mehreren Stellen in Belastungen für das Gewässer und die Ufer um. Vom Südufer als ökologisches Rückzugsgebiet ist keine Rede mehr, vereinzelt werden Klagen über Vandalismus laut.

Boot
Foto: Kai-Uwe Graw

Engagierte Gruppen wie zum Beispiel der Verein Wasserstadt Leipzig e.V. bemühen sich um die schwierige Balance zwischen Attraktivitätssteigerung und Maßnahmen zum Schutz des Kanals. Mit dem Durchstich zum Lindenauer Hafen wird der Nutzungsdruck weiter steigen.

An dieser Stelle beginnt unsere Arbeit im Projekt REURIS. Unser Ziel ist es, die ökologische und stadträumliche Entwicklung von Karl-Heine-Kanal und Lindenauer Hafen zu fördern und die Bedeutung der Gewässer als naturnahe Räume in der Stadt durch vielfältige Maßnahmen zu stärken. Wir wollen möglichst viele Akteure, die im Einzugsgebiet von Kanal und Hafen leben und arbeiten, an der Entwicklung und Umsetzung von Ideen für die Aufwertung der Gewässer beteiligen, dadurch einen Beitrag zur Integration und Förderung der lokalen Identifikation leisten und zugleich den Aufwertungsprozess unterstützen, der in diesem Gebiet stattfindet.